25.09.2026 - Volkshochschulen bringen „Lange Nacht der Demokratie“ erstmals ins Saarland

Die Lange Nacht der Demokratie, ein gesellschaftspolitisches Veranstaltungsformat der Volkshochschulen (VHS), kommt zum ersten Mal ins Saarland. Am 2. Oktober, dem Vorabend des Tags der Deutschen Einheit, sind alle Menschen im Saarland dazu eingeladen, Demokratie zu erleben, zu gestalten und zu feiern. Fast alle saarländischen Volkshochschulen und zahlreiche weitere Akteure beteiligen sich an der Veranstaltung und laden zu unterschiedlichen Aktionen ein – darunter interaktive Workshops, musikalische und Diskussionsveranstaltungen, Kinoevents und Vorträge. 

Dass die hochkarätige Veranstaltung in diesem Jahr auf saarländischem Boden stattfindet, geht auf eine Initiative der VHS im Regionalverband Saarbrücken zurück – eine Vielzahl der Aktionen findet mithin in der Landeshauptstadt statt: So möchte ein Streifzug durch die Orte der Kunst und Kultur auf dem Saarbrücker Schlossfelsen nicht nur der Erinnerung, sondern auch der Zukunftsvision des europäischen Gedankens Rechnung tragen. Eine interaktive Kunstinstallation lädt dazu ein, tief in die aktuellen Fragen an und über unsere Gesellschaft in Europa einzutauchen. Durch eine kunstvolle Verknüpfung von Symbolen regt das Werk zum Nachdenken über die Verletzlichkeit, aber auch über die Kraft von Mitbestimmung und Meinungsfreiheit an.

In Kooperation mit dem Saarländischen Rundfunk können Interessierte an einem Quiz zur Medienkompetenz sowie an einem interaktiven Seminar zum Überprüfen der eigenen Wahrnehmung teilnehmen: Wie erkennt man manipulierte Inhalte in Form von Posts, Videos und Nachrichten? Welche Werkzeuge stehen zur Verfügung, um Fakes zu entlarven? Überdies findet in Zusammenarbeit mit der Landesmedienanstalt und der Landeszentrale für politische Bildung ein Workshop über Desinformation und Deepfakes statt – mit dem Ziel, Strategien zu vermitteln, wie wir uns im Alltag vor visueller Manipulation schützen können.

Eine Lese-Show für Kinder mit dem Schriftsteller und Illustrator Martin Baltscheit erzählt u. a. „Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor“. In einer Diskussionsveranstaltung in Zusammenarbeit mit der Günter-Wöhe-Schule beschreiben Schülerinnen und Schüler mit Migrations- und Fluchthintergrund ihre Lebenswege. Zudem laden der Verein UkraineFreundeSaar und das Filmhaus Saarbrücken zur Vorführung einer dokumentarischen Kurzfilmtrilogie ein, die die bewegenden Lebensgeschichten von neun Ukrainerinnen und Ukrainern erzählt, die seit 2022 im Saarland ein Zuhause auf Zeit gefunden haben.

Die VHS Sulzbach veranstaltet unter dem Titel "Unser Sulzbach 2030 – Wir entscheiden gemeinsam" einen Workshop zum Mitmachen mit dem Ziel, kommunale Demokratie konkret und anfassbar zu machen. Die Teilnehmenden erhalten ein fiktives Budget und müssen entscheiden, wofür es eingesetzt wird: zum Wohle der Jugend oder der Seniorinnen und Senioren? Für bessere Bildungsangebote oder zur Stärkung der Kultur? Zum Verschönern der Innenstadt, zur Sportförderung oder zum Schutz der Umwelt? Für mehr Sicherheit in Sulzbach? Die Ergebnisse werden im Anschluss diskutiert. 

In Völklingen veranstalten die Volkshochschule und die Stadtbibliothek einen Kinoabend: Gezeigt wird der Dokumentarfilm „The Librarians“ in englischsprachiger Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Der Film begleitet Bibliothekarinnen und Bibliothekare in den USA, die sich gegen die zunehmende Verbannung von Büchern aus Schul- und öffentlichen Bibliotheken zur Wehr setzen. Nach der Vorführung sind die Besucherinnen und Besucher eingeladen, ihre Fragen und Eindrücke zu diskutieren und über die Bedeutung von Meinungsvielfalt, Informationsfreiheit und demokratischer Kultur ins Gespräch zu kommen.

Die Volkshochschule der Stadt Saarlouis lädt zu einer multimedialen Live-Dokumentation ins Theater am Ring ein. Ingo Espenschied beleuchtet die historischen, politischen und gesellschaftlichen Hintergründe der Deutschen Einheit mit Filmaufnahmen, Zeitzeugenberichten und Grafiken. Die visuelle Inszenierung macht die komplexen diplomatischen Zusammenhänge verständlich und zeigt die Auswirkungen der Deutschen Einheit auf das Saarland.

Die KVHS Saarlouis und Thalia Lichtspiele Bous zeigen den Filmklassiker "Die Welle": In der Verfilmung des gleichnamigen Romans von Morton Rhue startet ein Lehrer den Versuch, Schülerinnen und Schülern die Entstehung einer Diktatur greifbar zu machen. Was zunächst harmlos mit Begriffen wie „Disziplin“ und „Gemeinschaft“ beginnt, entwickelt sich binnen weniger Tage zum Albtraum.

Bei der VHS Dillingen widmet sich eine Diskussionsveranstaltung der Frage, was Demokratie für unseren Alltag bedeutet und warum Freiheit keine Selbstverständlichkeit ist. Im gemeinsamen Austausch soll zudem die Bedeutung des Tags der Deutschen Einheit gewürdigt werden.

Die Volkshochschule Lebach zeigt in Zusammenarbeit mit humans e. V. den Film „Jamel – lauter Widerstand“. Die Dokumentation porträtiert das Künstlerehepaar Lohmeyer, das mit dem Musikfestival „Jamel rockt den Förster“ mit der Unterstützung prominenter deutscher Musikschaffender – u. a. die Toten Hosen, Die Ärzte und Herbert Grönemeyer – gegen die rechtsextreme Vorherrschaft in seinem Wohnort vorgeht. Im Anschluss findet ein Gespräch mit Birgit Lohmeyer statt, das von Norbert Klein, ehemaliger Chefredakteur des Saarländischen Rundfunks, moderiert wird. Die saarländische Band “Mensch Meier" begleitet den Abend musikalisch.

In der Volkshochschule Merzig-Wadern findet ein interaktiver Workshop statt, der zu einem besseren zwischenmenschlichen Austausch beitragen will. Interessierte können trainieren, andere Positionen, die von der eigenen Meinung abweichen, nicht nur zu verstehen und auszuhalten, sondern als Bereicherung für die eigene Perspektive wertzuschätzen. Das Angebot ist an Menschen gerichtet, die Interesse an einem offenen Miteinander haben und sich für eine starke Demokratie engagieren möchten.

Die VHS St. Wendel lädt in Kooperation mit der dortigen Stadt- und Kreisbibliothek zu einem Pub-Quiz mit dem bekannten Moderator Darren Grundorf ein. Dabei steht das Thema Demokratie und alles, was in Politik und Gesellschaft damit zusammenhängt, im Vordergrund der kurzweiligen Fragerunden.

Die Kreisvolkshochschule (KVHS) Saarpfalz-Kreis beteiligt sich an der Langen Nacht der Demokratie mit einer offenen Chorprobe des Frauenchors Coloured Voices unter dem Motto "Viele Stimmen – ein Klang". Die Chormitglieder werden zunächst ihre Arbeit vorstellen, bevor gemeinsam geprobt und gesungen wird. Im Anschluss lädt die KVHS zu einem Umtrunk ein. Die Veranstaltung findet in Bebelsheim (Mandelbachtal) statt.

In Neunkirchen führen VHS und KVHS eine antifaschistisch-historische Stadtrundfahrt durch, die an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert und zu Orten des NS-Terrors und des Widerstands führt. Bereits am Vortag führt ein Lichtbildvortrag durch vier der bedeutendsten Hauptstädte Europas: Mit beeindruckenden Bildern werden historische Bauwerke, wichtige Plätze und kulturelle Höhepunkte aus Wien, Paris, Berlin und London vorgestellt, wobei der Schwerpunkt auf der Bedeutung dieser Städte für die europäische Demokratie liegt. In Ottweiler findet eine Lesung mit Hans Bollinger statt, der von seiner Kindheit in der Nachkriegszeit und der prägenden Kraft von Heimat und Erinnerungen erzählt. Die Lesung verbindet eine persönliche Lebensgeschichte mit der Frage, was Heimat heute für Kinder bedeutet.

Ein Dokumentarfilm, den die VHS Illingen in Zusammenarbeit mit VHS und KVHS Neunkirchen zeigt, porträtiert die politische Theoretikerin Hannah Arendt und zeigt die Aktualität ihrer Gedanken zu Demokratie, Totalitarismus und Verantwortung.

Die Biosphären-VHS stellt ihre Angebote im Bereich der politischen Bildung sowie die Beteiligungsmöglichkeiten der Stadt St. Ingbert im Rahmen des Biosphärenmarktes und der Ingobertusmesse vor. Interessierte Bürgerinnen und Bürger können eigene Themen, Ideen und Anregungen einbringen und so das zukünftige Angebot der VHS aktiv mitgestalten.

Ulrike Heidenreich, Direktorin des Verbandes saarländischer Volkshochschulen:„Unsere Demokratie ist die größte Errungenschaft unserer Epoche. Gerade in Zeiten, in denen sie weltweit zunehmend in Bedrängnis gerät, müssen wir sie stärken, indem wir sie für alle Menschen erlebbar machen. Die Lange Nacht der Demokratie lebt daher von der aktiven Beteiligung der Besucherinnen und Besucher und vom Engagement unterschiedlicher Akteure aus der Zivilgesellschaft. Ziel der Veranstaltungen und Aktionen ist es, die Menschen vor Ort zu erreichen und das Bewusstsein für demokratischen Zusammenhalt zu stärken.“

Die erste Lange Nacht der Demokratie fand im Jahr 2014 in Berlin statt und wurde unter anderem von der Berliner Volkshochschule organisiert. Im Jahr 2025 fand die Veranstaltung in Schleswig-Holstein statt und kommt nun ins Saarland – genau ein Jahr, nachdem hier der Tag der Deutschen Einheit gefeiert wurde. Alle Infos unter: https://lange-nacht-der-demokratie.saarland/

Bringen die Lange Nacht der Demokratie ins gesamte Saarland: die Vorstandsmitglieder der Saarländischen Volkshochschulen v.l.n.r. Dr. Angélique Groß (VHS Lebach), Andreas Obster (VHS Saarlouis), Elke Leonhardt-Jacob (VHS Neunkirchen), Hannah Sauer (VHS Merzig-Wadern), Stefan Dewes (VHS Dillingen) und Ulrike Heidenreich, Direktorin des Verbandes der Volkshochschulen des Saarlandes.

09.12.2025 - vhs Pressemitteilung "Langjährige Präsidentin Doris Pack verabschiedet"

Der Verband der Volkshochschulen im Saarland hat seine langjährige Präsidentin Dr. Doris Pack verabschiedet. Die ehemalige Europaabgeordnete hatte das Ehrenamt mehr als 25 Jahre ausgeübt und die Volkshochschulen des Saarlandes nicht nur deutschlandweit vertreten: Durch sie erlangten saarländische Konzepte zur Erwachsenenbildung auch internationale Bedeutung.

Seit der Verbandsgründung im Jahr 1959 war Dr. Doris Pack erst die zweite Präsidentin des saarländischen VHS-Verbandes. Die ehemalige Lehrerin und passionierte Bildungspolitikerin gehörte dem Europäischen Parlament von 1989 bis 2014 an und war dort unter anderem Vorsitzende des Bildungs- und Kulturausschusses. Im Jahr 2000 wurde sie zur Präsidentin des VHS-Landesverbands gewählt. Nun schied sie auf eigenen Wunsch und zu großem Bedauern des gleichzeitig neu gewählten VHS-Landesvorstands nach einem Vierteljahrhundert aus dem Amt aus.

Maßgeblich beteiligt war Dr. Doris Pack an der Entwicklung des Saarländischen Weiterbildungsförderungsgesetzes. Es zudem ihr Verdienst, dass wesentliche Aspekte der saarländischen Gesetzgebung internationale Wirkung entfalteten: Im Rahmen ihres europapolitischen Engagements setzte sie sich in den frühen 2000er Jahren für die demokratische Entwicklung der noch jungen südslawischen Staaten ein, die sich vom damaligen Jugoslawien abgespalten hatten. Packs Engagement führte unter anderem dazu, dass das Saarländische Weiterbildungsgesetz Grundlage für das Weiterbildungsrecht in Kroatien wurde. So ist neben dem Grundprinzip des lebenslangen Lernens etwa die im Saarland entwickelte Zieldefinition der Erwachsenenbildung bis heute Grundpfeiler der kroatischen Bildungsgesetzgebung.

Dr. Doris Pack, ehemalige Verbandspräsidentin der Saarländischen Volkshochschulen: „Viele Jahre durfte ich die wachsende Bedeutung und positive Entwicklung der saarländischen Volkshochschulen unterstützen. Ich danke allen Mitarbeitenden, Unterstützerinnen und Unterstützern für ihr großes Engagement und beglückwünsche unsere Volkshochschulen zu ihren Erfolgen. Sie sind ein unverzichtbarer, häufig noch immer unterschätzter Partner in der kommunalen Daseinsvorsorge. Dies betrifft in besonderem Maße die unverzichtbare Arbeit im Bereich der Integrations- und Sprachkurse sowie ihren substanziellen Beitrag zur beruflichen, kulturellen und politischen Bildung. Diese wurde und wird im Saarland flächendeckend durch die Volkshochschulen sichergestellt: sei es durch die Unterstützung der Schulen in Programmen wie ‚Aufholen nach Corona’ oder die pädagogische Unterstützung, die sie für unsere Berufsbildungszentren leisten.“

Ulrike Heidenreich, Verbandsdirektorin der Saarländischen Volkshochschulen: „Dr. Doris Pack hat über viele Jahre hinweg eine herausragende Repräsentations- und Führungsfunktion im saarländischen Erwachsenenbildungs- und Volkshochschulwesen übernommen und als stabile Führungspersönlichkeit die Kontinuität im Verband gewährleistet. Doris Pack repräsentierte die Saarländischen Volkshochschulen in der politischen, gesellschaftlichen, kulturellen und medialen Öffentlichkeit und vertrat ihre Interessen in landes- und bundesweiten Gremien. Durch ihre europapolitische Erfahrung hat sie die Volkshochschulen im Saarland in Richtung europäischer Projekte, grenzüberschreitender Zusammenarbeit und internationaler Bildungsbezüge gelenkt. Ihre Präsidentschaft war nicht nur landesintern bedeutsam, sondern auch bundesweit im VHS-Dachverband anerkannt.“

Stefan Dewes, Verbandsvorsitzender der Saarländischen Volkshochschulen: „Es sind große und tiefe Fußstapfen, die Dr. Doris Pack hinterlässt, denn die hiesige VHS-Landschaft verdankt ihr eine hohe Wirksamkeit nicht nur innerhalb des Saarlandes, sondern auch weit darüber hinaus. Sie begründete wichtige, bis heute belastbare Partnerschaften und wirkte im Bereich der Erwachsenenbildung an der Schnittstelle zwischen Landes-, Bundes- und Europa-Ebene.“

Über die Nachfolge für die Präsidentschaft des VHS-Landesverbands wurde noch nicht entschieden. Neu formiert hat sich unterdessen der Verbandsvorstand: Neuer Erster Vorsitzender ist Stefan Dewes, Leiter der VHS Dillingen. Er folgt auf Klaus-Peter Fuß (Leiter der Kreisvolkshochschule Saarlouis), der nicht erneut kandidierte. Als stellvertretende Vorsitzende wurden Marika Flierl (Leiterin der Biosphären-VHS St. Ingbert), Andreas Obster (Leiter der städtischen VHS Saarlouis), Angélique Groß (Leiterin der VHS Lebach), Hannah Sauer (Leiterin der VHS Merzig-Wadern), Elke Leonhardt-Jacob (Leiterin der VHS Neunkirchen) und Sarah Falkenrich (Leiterin der KVHS Neunkirchen) gewählt.

Seit der letzten Vorstandswahl im Jahr 2023 ist die Volkshochschullandschaft des Saarlandes im Wandel begriffen. Seither haben vier Volkshochschulen (VHS Regionalverband Saarbrücken, VHS Merzig-Wadern, VHS Homburg und VHS Völklingen) neue Leiterinnen und Leiter eingesetzt. Der Verbandsvorstand hat sich nicht nur signifikant verjüngt – er ist auch weiblicher geworden. Ein wichtiges Ziel des Vorstandes ist, die saarländischen Volkshochschulen zukunftssicher aufzustellen: Dies gilt insbesondere für die Chancen und Herausforderungen, denen Institutionen der Erwachsenenbildung im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung gegenüberstehen.

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BU 1: Foto: Regionalverband Saarbrücken / Stephan Hett
Beim Antrittsbesuch des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier (links im Bild) im Saarland im März 2018 begrüßte Doris Pack (Mitte) als Präsidentin des VHS-Landesverbandes den Bundespräsidenten und dessen Frau Elke Büdenbender (rechts) und betonte die Bedeutung der Volkshochschulen im Saarland.

BU 2: Foto: VHS-Landesverband Saarland / Lisa Biehl
Dankbar verabschiedeten VHS-Verbandsdirektorin Ulrike Heidenreich (links im Bild) und der neu gewählte Verbandsvorsitzende Stefan Dewes (rechts) die scheidende Verbandspräsidentin Doris Pack (Mitte) aus dem Amt.

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Pressekontakt:

Verband der Volkshochschulen des Saarlandes e.V.

Pressestelle | Carina Hilt

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Der Verband der Volkshochschulen des Saarlandes e. V. ist eine anerkannte Landesorganisation der Weiterbildung und agiert als Interessenvertretung aller 16 saarländischen Volkshochschulen. Der VHS-Landesverband berät, unterstützt die Netzwerkarbeit, koordiniert gemeinsame Großprojekte und unterhält dazu eine Geschäftsstelle in der Landeshauptstadt Saarbrücken

28.07.2025 - vhs Pressemitteilung "Erwachsenenbildung im digitalen Zeitalter: Saarländische Volkshochschulen wollen sich flexibler aufstellen"

Saarbrücken, 28. Juli 2025. Die Saarländischen Volkshochschulen (VHS) wollen ihre Angebote künftig noch flexibler gestalten. Im Rahmen einer Tagung des Verbandes der Volkshochschulen des Saarlandes besprachen die Leiterinnen und Leiter der regionalen Volkshochschulen die Chancen und Herausforderungen, denen Institutionen der Erwachsenenbildung im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung gegenüberstehen. Im Fokus: kurzfristigere Angebote, kürzere Laufzeiten, digitalere Kommunikation. 

Das Leitertreffen stand im Zeichen der gemeinsamen Feststellung, dass sich mit dem Lebenswandel der saarländischen Bevölkerung auch die Bedürfnisse im Bereich Bildung immer mehr verändern. Die VHS-Chefinnen und -Chefs suchten gemeinsame Antworten auf die Frage, wie diese Veränderungen, die eng mit dem digitalen Wandel zusammenhängen, moderne Volkshochschulen mit Blick auf Programm- und Kursplanung, Marketing und Anmeldeprozess adressiert werden können. Ulrike Heidenreich, Direktorin des Verbandes Saarländischer Volkshochschulen betont: „Um weiterhin ein gefragter Partner im Bildungsbereich sein zu können, müssen Volkshochschulen sich wie alle anderen Marktteilnehmer an neue Bedürfnislagen anpassen. In saarländischen VHS hat daher längst eine ganz individuelle, oft auch semesterunabhängige Planung Einzug gehalten.“ 

Programmplanung im Wandel

Die Kursplanung der insgesamt 16 saarländischen Volkshochschulen sei aufgrund der Gegebenheiten vor Ort, der Rechtsform (kommunal verankert oder als Verein) oder auch der Historie unterschiedlich. So gebe es Volkshochschulen im Saarland, die eine jährliche Programmplanung durchführten, die Mehrheit plane zwei Semester pro Jahr. In anderen Bundesländern sei von einzelnen VHS sogar auf eine Trimestesterplanung umgestellt worden. Manche Volkshochschulen reihten die Semester nahtlos aneinander, andere legten kurze Pausen zwischen den Semestern ein. Aber: „Nahezu alle Volkshochschulen nehmen während der laufenden Semester neue Kurse ins Programm auf und entwickeln je nach Bedarf kurzfristig neue Angebote“. Nach Heidenreichs Einschätzung wird sich die Organisation der Weiterbildungsangebote bei den meisten Volkshochschulen mittelfristig in eine rollierende, sich ständig den Gegebenheiten, Bedürfnissen und Trends anpassende Planung entwickeln. 

Auch die Länge der Kurse, also die Anzahl der Termine und der Gesamtzeitraum, verändere sich: „Während es im klassischen Sprach- oder Gesundheitskursgeschehen oft noch zwölf und mehr Kurstermine gibt, die auf ein vorgegebenes Lern-oder Trainingsziel ausgerichtet sind, weist der Trend in vielen anderen Bereichen zu Kursen mit weniger Terminen. Viele Teilnehmende möchten sich nicht langfristig binden, sondern sich in einer überschaubaren Zeit neue Fähigkeiten aneignen“, so die Verbandsdirektorin. Außerdem stellten höhere Preise, die durch eine hohe Terminanzahl entstehen, eine Eintrittshürde dar. Daher sei in den saarländischen Volkshochschulen zu beobachten, dass in vielen Bereichen die Anzahl der Unterrichtsstunden pro Kurs eher abnimmt und dann eher zusätzliche Aufbaukurse angeboten werden „Zudem werden die Wünsche der Teilnehmenden immer individueller und Teilnehmergruppen immer heterogener. Die Volkshochschulen stellen sich auf diese Entwicklung ein, indem Sie auch Kurse mit Kleingruppen laufen lassen und so die individuellen Wünsche der Teilnehmer besser berücksichtigen können.“ Auf Wunsch bieten die saarländischen VHS auch eigene, maßgeschneiderte Kurse für Einzelpersonen oder geschlossene private Personengruppen oder professionelle Firmenschulungen an.  

Klassisches Programmheft vs. Online-Kursdatenbank

Aktuell verfügen alle saarländischen Volkshochschulen noch über ein gedrucktes Programmheft, das der Programmplanung entsprechend mindestens einmal im Jahr, in den meisten Fällen zweimal pro Jahr (Winter- und Sommersemester) erscheint. „Das klassische Programmheft sorgt dafür, dass die Volkshochschule mit ihrem breiten Angebot auch von Personen wahrgenommen wird, die nicht unmittelbar auf der Suche nach einem Weiterbildungskurs sind. Insofern ist das Programmheft noch immer ein relevantes Marketingmedium“, so Heidenreich. Es werde jedoch immer deutlicher, dass Programmhefte dem Wandel nicht mehr in vollem Umfang Rechnung tragen: „Das Heft wird zu Semesterbeginn gedruckt und ist oft schon nicht mehr aktuell, wenn es erscheint – Kurse, die nach Redaktionsschluss oder später im Laufe des Semesters geplant werden, finden im Programmheft nicht statt. Außerdem bewahren die meisten das Heft nicht über das gesamte Semester hinweg auf.“ 

Auch bei den Volkshochschulen geht der Trend zur digitalen Kommunikation: Das betrifft klassisches Kursmarketing ebenso wie die Buchung von VHS-Angeboten. Um ihre Angebote reichweitenstark und konkurrenzfähig platzieren zu können, spielen Suchmaschinenoptimierung, Beiträge in sozialen Medien und weitere Instrumente des Online-Marketings eine immer wichtigere Rolle. „Das wichtigste Medium ist und bleibt vorerst jedoch die eigene, niedrigschwellige Website, die das Kursangebot darstellt und unmittelbar Buchungen ermöglicht“, betont Ulrike Heidenreich. Während Kursanmeldungen vor wenigen Jahren noch größtenteils telefonisch erfolgten, liege der Anteil der Online-Buchungen bei den saarländischen VHS inzwischen zwischen 60 und 75 Prozent – Tendenz weiter steigend. 

Aktuell fahren die Volkshochschulen noch zweigleisig: Sie bieten ein Programmheft an und bauen aber gleichzeitig ihre digitalen Informationsangebote immer stärker aus. „Gerade vor dem Hintergrund, dass die Ressourcen für entsprechende Maßnahmen üblicherweise begrenzt sind, werden wir als Verband die saarländischen Volkshochschulen auf diesem Weg tatkräftig und kontinuierlich unterstützen“, so Ulrike Heidenreich. Um „im Konzert der Großen“ weiterhin mitspielen zu können, müsse der Wandel der hiesigen Volkshochschulen zu mehr Flexibilität und Digitalität „schnell und konsequent“ vollzogen werden. 

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BU 1: VHS-Verbandsdirektorin Ulrike Heidenreich

BU 2: V.l.n.r.: Axel Birkenbach (VHS St. Wendel e.V.); Elke Leonhardt-Jacob (VHS Neunkirchen); Silvia Debold (VHS Homburg e.V.); Marika Flierl (Biosphären-VHS St. Ingbert); Stefan Dewes (VHS Dillingen e.V.); Angélique Groß (VHS Lebach e.V.); Markus Bock (KVHS Saarlouis); Frank Schuppener (VHS Illingen e.V.); Martina Lang (KVHS St. Wendel); Andreas Obster (VHS Saarlouis); Sarah Falkenrich (KVHS Neunkirchen); Iris Bungert (VHS Sulzbach); Lars Hüsslein (VHS Völklingen); Ulrike Heidenreich (Verband der Volkshochschulen des Saarlandes e.V.)

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01.12.2024 - vhs Pressemitteilung "Seminarreihe über Demokratie und Pressefreiheit: ARD und Volkshochschulen bieten weitere Kurse an "

05.11.2024 - DVV Pressemitteilung „Gesundes-Herz-Gesetz“

31.10.2024 - DVV Pressemitteilung „2025 droht Stopp für Integrationskurse“

17.10.2024 - DVV Positionspapier „Haushalt 2025 – die Integration von Zugewanderten steht auf dem Spiel“

04.10.2024 - DVV Pressemitteilung zum Besuch von Staatsministerin Reem Alabali-Radovan beim Jugendbildungsprojekt „Vereint Segel setzen“

10.09.2024 - DVV Pressemitteilung "Haushalt 2025: Sparprogramm Sprache"

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24.07.2024 - DVV Pressemitteilung "Bundeshaushaltsentwurf sieht K.O.-Sparen bei Integrationskursen vor"

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Pressemitteilung LV vhs Saarland "Volkshochschulen nehmen 343 Französisch-Zertifikate (DELF-DALF) an saarländischen Schulen ab"

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Weltalphatag 2019: Volkshochschulen fordern die Ausweitung der Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung

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Weimarer Erklärung des DVV am 08.05.2019 - zusammenleben. zusammenhalten.

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Pressemitteilung DVV 08.05.2019 -Annegret Kramp-Karrenbauer bleibt Präsidentin des Deutschen Volkshochschul-Verbandes

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vhs-Lernportal erhält den Innovationspreis für digitale Bildung

Pressemitteilung des DVV.

Artikel der Saarbrücker Zeitung zur Vorbereitung der neuen Schöffen durch die VHSsen.

Anlässlich der neuen Amtsperiode der Schöffen im Saarland, die durch VHS-Kurse auf ihre Arbeit vorbereitet werden, erschien in der Saarbrücker Zeitung am 29. Januar 2019 ein Artikel. Diesen können Sie hier » abrufen.

Pressemitteilung des LV Saar - Weltalphabetisierungstag am 8. September.

Pressemitteilung LV Saar am 30.08.2018.

Pressemitteilung LV Saar 26.02.2018 - Launch der vhs-Cloud

Pressemitteilung LV Saar 26.02.2018

Beitrag des Lebacher Anzeiger zum Besuch des vhs-Landesverbandes in der VHS Lebach

Anlässlich des Besuches des vhs-Landesverbandes in der VHS Lebach am 11. Januar erschien im Lebacher Anzeiger ein Artikel. Diesen können Sie hier » auf Seite 12 abrufen.

Pressemitteilung LV Saar 21.12.2017 - Statistik verdeutlicht Integration in Arbeit und Beruf als zentrales Handlungsfeld

Pressemitteilung LV Saar 21.12.2017

SR-Beitrag zum Besuch von Ministerin Anke Rehlinger bei einem ehemaligen Teilnehmer des Globus-Projektes

Anlässlich des Besuches der Ministerin für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr Anke Rehlinger bei einem ehemaligen Teilnehmer des Globus-Projektes veröffentlichte der SR einen Beitrag, den Sie unter folgendem Link in der Mediathek finden können.

Zum Beitrag "Arbeitsmarkt: Zwischenbilanz Flüchtlinge" (Ab Minute 06:56) »

Pressemitteilung LV Saar 29.11.2017 - Ministerin besucht Projekt der KVHS Merzig-Wadern

Pressemitteilung LV Saar 29.11.2017

Pressemitteilung DVV 19.10.2017

30 Organisationen fordern: "Gute Bildung für alle Menschen!" - Breites Bündnis macht sich für mehr Geld in der Bildung stark.

Link zur Pressemitteilung des DVV

Pressemitteilung DVV 11.10.2017 - Relaunch A1-Deutsch-Lernportal

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Pressemitteilung DVV 28.09.2017 - vhs Imageumfrage

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