Curriculum interculturALE – Interkulturell-didaktische Fortbildung für die Integrationsarbeit mit Geflüchteten

Seit 2016 führt der Deutsche Volkshochschulverband (DVV) das BMBF-Projekt „Einstieg Deutsch“ durch und bietet Geflüchteten damit niedrigschwellige Lernangebote zur ersten sprachlichen und sozialen Orientierung in Deutschland. Das Institut für Internationale Zusammenarbeit des DVV (DVV International) entwickelte in Kooperation mit einem internationalen Team von ExpertInnen den interkulturellen Trainingskurs „Curriculum InterculturALE“.

Nach dem Train-the-trainer-Prinzip wurden aus 8 beteiligten Landesverbänden insgesamt 24 MultiplikatorInnen in drei Wochenende (48 UE) geschult, um ihr Wissen wiederum in Trainertandems an Lehrende und ehrenamtliche Lernbegleitende weiterzugeben. Im Saarland wurde die 16UE umfassende Schulung bisher bereits zwei Mal im Fortbildungsprogramm des Landesverbandes angeboten.

Inhalte

Die interkulturellen, bildungspolitischen und methodisch-didaktischen Inhalte der Fortbildung zielen darauf ab, interkulturelles Wissen und die Fähigkeit zum Perspektivwechsel bei der Bildungsarbeit mit Geflüchteten zu erweitern. Der Kurs umfasst drei Module mit folgenden Themenstellungen:

Studienreise nach Amman, Jordanien

Für einen Teil der MultiplikatorInnen bestand die einzigartige Möglichkeit auf einer Studienreise nach Jordanien in die arabische Kultur und die Arbeit mit Geflüchteten in  Projekten vor Ort einzutauchen. DVV International ist in über 30 Ländern im Bereich der  Erwachsenenbildung und Entwicklungszusammenarbeit aktiv. Gemeinsam mit den Akteuren in den Partnerländern werden Orte für Lebenslanges Lernen geschaffen, welche bspw. Inhalte aus der Grund-, Gesundheits- sowie beruflichen Bildung anbieten.

Vor allem Frauen und Jugendlichen sollen durch individuell gewählte Kursangebote wie etwa Schreiben/Lesen, technischen Fertigkeiten, Handarbeit, Haushaltsführung oder Marketing neue Perspektiven eröffnet werden. Dabei bestehen die Kurse zu gleichen Teilen aus jordanischen und syrischen Teilnehmenden, um die Akzeptanz der jordanischen Bevölkerung gegenüber den steigenden Flüchtlingen aus dem Nachbarland zu erhöhen. 

Ein besonders bewegendes Erlebnis war der Besuch von Zaatari, einem der weltweit größten Flüchtlingslager, mit 80.000 dort lebenden Menschen. Nahe der syrischen Grenze zeigt sich eine riesige Stadt aus Wellblechhütten mit einer langen Einkaufsstraße, Schulen, Gemeindezentren oder Fußballplätzen, welche durch internationale und regionale Organisationen betrieben werden. Es sind diese Alltagsroutinen, welche den Menschen ein Gefühl von Normalität vermitteln und sie trotz oft jahrelanger Aufenthalte in Zaatari bemerkenswert konstruktiv mit ihrer Lebenssituation umgehen lassen.

In allen besuchten Organisationen betonten sowohl die Kursleitenden, als auch die Teilnehmenden wie wichtig ein respektvoller, toleranter und vertrauensvoller Umgang untereinander ist. Zudem schätzten sie es nach ihren eigenen Interessen und Bedürfnissen gefragt zu werden und dadurch wieder mehr als Mensch, anstatt „nur als Flüchtling“ behandelt zu werden. Ein junger syrischer Geflüchteter, gibt den MultiplikatorInnen den Rat: „Behandelt mich nicht, als wäre ich gebrochen. Behandelt mich nicht mit Mitleid. Behandelt mich als Mensch und zeigt Interesse an mir.“ Die in Jordanien gemachten Erfahrungen und gewonnenen Kenntnisse wurden von den MultiplikatorInnen auch in deren eigenes Fortbildungskonzept integriert.

Fortbildung im Saarland

Die interkulturell-didaktische Fortbildung für Kursleitende und Ehrenamtliche in der Erwachsenenbildung mit Geflüchteten wurde bereits mehrmals im Fortbildungsprogramm des Landesverbandes angeboten.

Veröffentlichungen

Hier finden Sie verschiedene Veröffentlichungen zum Projekt als PDF-Datei zum Download.